Bürgermeisterkandidatin für Rheurdt : „Mein Herz gehört Rheurdt“

RHEURDT Friederike Janitza, die Kandidatin von Bündnis 90/Die Grünen, möchte Bürgermeisterin werden. Sie möchte für ihre Heimat Verantwortung übernehmen, Innovatives mit Außenwirkung anstoßen und mit den Menschen in Rheurdt ins Gespräch kommen.

Von Sabine Hannemann, RP vom 28. April 2020

Die Rheurdterin Friederike Janitza (32) tritt im Kommunalwahlkampf laut Mitgliedervotum im Ökodorf als Bürgermeisterkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen an.

Sie treten als Bürgermeisterkandidatin der Grünen an. Was ist Ihre stärkste Motivation?

FRIEDERIKE JANITZA Rheurdt ist meine Heimat, für die ich Verantwortung übernehmen will. Auch wenn ich noch in Köln arbeite, gehört mein Herz Rheurdt. Als Bürgermeisterin lässt sich in einer kleinen Kommune viel für die Menschen vor Ort bewegen. Man darf sich nicht scheuen, Dinge anzupacken. Nicht nur reden, sondern machen, das ist mein Motto. Mein Ziel ist, das Gute zu behalten und andere Dinge zu verbessern.

Welche großen Themen wollen Sie angehen?

JANITZA Wir nennen uns Ökodorf. Da müsste mehr passieren. Vor allem wollen wir innovative Dinge mit Außenwirkung anstoßen und können so eine Vorreiterrolle für andere Kommunen übernehmen. Beispielweise mit einer innovativen Ökosiedlung. Dazu haben wir Grüne bereits konkrete Vorstellung. Die großen Themen in Rheurdt konzentrieren sich auf Bereiche wie Umwelt, Handel, Nahverkehr und Wohnen. Gerade das Thema Wohnen ist spannend, da unsere Bevölkerung älter ist. Wir brauchen mehr bezahlbaren Wohnungsraum für ältere Menschen, damit sie selbstbestimmt und eigenständig, wenn nötig begleitet, vor Ort mit all ihren sozialen Kontakten und in der Nähe ihrer Freunde und Angehörigen leben können. Dies gilt natürlich auch für Singles und zusammen lebende Paare. Daran schließt sich für mich auch die Frage der Versorgung. Wir haben zur Zeit eine Umfrage bei Facebook laufen, die nochmals nach den Bedürfnissen im Ort fragt. (www.surveymonkey.de/rRheurdt). Wir haben viele Brennpunkte.

Welche sind das?

JANITZA Beispielsweise bei den Jugendlichen und den Berufstätigen der Wunsch nach einem gut getakteten Nahverkehr. Wir haben viele Berufspendler, die morgens mit dem Auto zur Arbeit fahren. Das kann sich mit einer guten wie verlässlichen Taktung von öffentlichen Verkehrsmitteln noch verbessern. Schon jetzt wird ja die Verbindung mit dem Rhein-Niers-Express ab Aldekerk gut angenommen. Wenn wir nach Duisburg oder Düsseldorf ins Theater oder Restaurant fahren, kommen wir abends nicht mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause. Das muss anders geregelt werden.

Wie sieht es mit dem örtlichen Handel aus?

JANITZA Wir vermissen Fachgeschäfte, wie beispielsweise einen Metzger oder einen gut aufgestellten Wochenmarkt mit regionalen wie saisonalen Produkten. Sie haben zwar anders als im Discounter einen höheren Preis. Der sollte es uns jedoch wert sein.

Welche Qualitäten braucht ein Bürgermeisteramt?

JANITZA An der Verwaltungsspitze muss Transparenz und eine offene Kommunikation vorherrschen. Dazu gehört Sachlichkeit, das Annehmen von Problemen, auch Diskussionsfreude und Biss. Man muss Entscheidungen fällen und sie nicht auf die lange Bank schieben. Als Juristin bin ich vertraut mit amtlichen Vorgängen. Für unser Ökodorf ist mir noch wichtig, dass wir als Gesamtgemeinde an einem Strang ziehen.

Wie stellen Sie sich den Wahlkampf vor?

JANITZA Wir arbeiten noch an einem Konzept, das natürlich jetzt in Corona-Zeiten anders aufgestellt ist. Ich will mit den Menschen reden und mich austauschen. Themen haben wir genügend.

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